Harvester im Einsatz für den Naturschutz

In der Lechaue zwischen Kinsau und Hohenfurch setzt sich der Lebensraum Lechtal e.V. seit 2013 für eine Wiederherstellung des Biotopverbunds entlang des Lechs ein: Typische "Ur-Einwohner" des Lechtals wie Mohrenfalter, Kreuzotter und Mückenhändelwurz fanden hier nur noch verinselte Kleinlebensräume vor. Durch Entbuschung, Auflichtung und Mahd gelang es, den Lebensraum bedrohter Arten zu sichern.
Um langfristig das Vorkommen der Bewohner der für Alpenflüsse typischen "Trockenaue" mit ihren Magerrasen und lichten Kiefernwäldern zu sichern, wird die Sperberau seit 2018 mit Murnau-Werdenfelser Rindern beweidet. Diese "bayerischen Bisons" sind die ideaslen Landschaftspflege-Helfer: Sie halten Brachegräser und Gestrüpp kurz, so dass konkurrenzschwache und besonders lichtliebende Tier- und Pflanzenarten wieder geeignete Bedingungen finden.
Zur Vorbereitung einer Erweiterung des Beweidungsprojektes wurden im Februar 2019 dicht mit Fichten bewachsene Waldbereiche aufgelichtet. Durch die Entnahme von Bäumen gelangt wieder mehr Licht und Wärme auf den Waldboden. Arten der lichten Wälder können ihren angestammten Platz wieder einnehmen. Für diese Auflichtung kam ein Harvester, eine große Holzerntemaschine zum Einsatz. Dieses Verfahren ist nicht nur kosteneffizient und sicher, sondern ermöglicht es zum Beispiel auch bestimmte Bäume zu "köpfen": Das so geschaffene Totholz dient als Lebensraum für bedrohte totholzbewohnende Käfer und Wildbienen.