Warum Landschaftspflege?

Historischer Hintergrund

Diese Frage wird oft gestellt, wenn Landschafts- pfleger eine Heide mähen, eine Hecke „auf den Stock setzen“ oder Kopfweiden schneiden. Die Antwort gibt Einblick in die Geschichte:

Seitdem der Mensch Mitteleuropa bewohnt, beeinflusst er seine Umwelt. Spätestens seit dem frühen Mittelalter begann er, die Landschaft ganz bewusst zu seinen Zwecken umzugestalten. Er rodete Wälder, um Siedlungen, Äcker und Weiden anzulegen. Flüsse wurden begradigt und Moore trockengelegt, um weiteres Land urbar zu machen. Auf der Suche nach Rohstoffen wurden ganze Landstriche umgegraben, untertunnelt oder abgetragen. Aus einer „Urlandschaft“ wurde eine „Kulturlandschaft“.

In dieser Kulturlandschaft entstanden zunächst neue Lebensräume, in denen sich viele Tiere und Pflanzen, teilweise sogar aus weit entlegenen Gebieten wie den Steppen Osteuropas, ansiedelten. Es war eine Landschaft mit enormer Artenvielfalt.

Mit den technischen Errungenschaften der modernen Zivilisation war es dem Menschen möglich, die Landschaft intensiver zu nutzen. Die ansteigende Bevölkerungszahl benötigte mehr Siedlungsraum, Gewerbegebiete und Straßen. Anfang des 20. Jahrhunderts setzte ein rasanter Rückgang der Lebensräume und mit Ihnen der Artenvielfalt ein, der heute noch anhält.

Ein gutes Beispiel hierfür sind die Lechheiden. Wo bis vor hundert Jahren noch Orchideen blühten und die Heidelerche sang, befinden sich heute Äcker, Straßen und Neubausiedlungen. Nur noch 1% der einstigen Heidefläche sind übrig geblieben.

Die Aufgabe der Landschaftspflege

Die Landschaftspflege kümmert sich um den Erhalt von Lebensräumen, die größtenteils der Mensch geschaffen hat. Auf diese Weise betreibt sie nicht „nur“ Arten- und Biotopschutz, sondern auch den Schutz unseres Kulturerbes, ähnlich der Denkmalpflege. Nicht zuletzt geht es der Landschaftspflege aber auch um den Erhalt eines attraktiven Landschaftsbildes und damit um den Erholungswert unserer Landschaft.