
Faires Miteinander Kiesbank
Lebensraum Kiesbank - Für ein faires Miteinander von Freizeitnutzung und Artenschutz
Von den einstigen Kiesbänken, verzweigten Flussarmen und der Wildflussdynamik, die immer wieder Kiesbänke zerstört und neu geschaffen hat, ist sehr wenig geblieben. Trotzdem kann man die letzten vegetationslosen oder schütter bewachsenen Kiesbänke und Kiesinseln immer noch bestaunen. Sie stammen vor allem aus Zeiten als der Lech noch durch seine Wildflussdynamik geprägt und nicht durch Staustufen verbaut war.
An der noch ungebändigten Fließstrecke gleich hinter der deutsch-österreichischen Grenze oder an der naturnahen Fließstrecke der Litzauer Schleife befinden sich noch einige wenige dieser Kiesflächen. Im Lechbett zwischen Gersthofen und Meitingen, einem parallel verlaufenden Lechabschnitt zum ausgeleiteten Lechkanal, existieren ebenfalls noch ausgedehnte Kiesbänke - einst ein weitverbreiteter, typischer Lebensraum der Wildflusslandschaft!
Nur ein Haufen Steine?
Kiesbänke wirken auf den ersten Blick kahl und tot. Tatsächlich leben hier aber unscheinbare Überlebensexperten: Tiere und Pflanzen haben sich über Jahrtausende hinweg an diesen unwirtlichen Lebensraum angepasst. Eine dieser hochspezialisierten Arten ist der Flussregenpfeifer.





Der Vogel mit der Maske
Der Flussregenpfeifer ist aufgrund seiner Gefiederfärbung auf der Kiesbank perfekt getarnt. Deswegen ist er kaum zu entdecken, wenn er nach der Rückkehr aus dem afrikanischen Winterquartier bei uns am Lech brütet und seine Jungen aufzieht. Nur noch rund 10 Brutpaare leben im Flussabschnitt bei Gersthofen- früher in der Wildflusslandschaft waren es Tausende!
Flussregenpfeifer sind an das Leben auf der Kiesbank bestens angepasst. Hier finden sie Nahrung, verstecken sich durch optimale Tarnung vor Fressfeinden und haben sogar Tricks entwickelt, um mit der Hochwassergefahr umzugehen.
Aber eine große Gefahr für die Tiere ist die Störung durch Erholungssuchende: Die Elterntiere werden aufgeschreckt und müssen Gelege oder Küken schutzlos zurücklassen. In Bereichen mit hohem Besucheraufkommen überleben deswegen weniger Küken!
Steckbrief Flussregenpfeifer
- Zugvogel, überwintert in Afrika
- brütet auf offenen Kiesbänken
- auf Kies bestens getarnt: Gefieder, Eier und Küken
- ernährt sich von Insekten und Weichtieren
- beim Laufen scheint er wie auf Rädern zu rollen
- gibt vor verletzt zu sein, wenn Menschen in der Nähe sind

Diese schönen Zeichnungen wurden von Schülern der Schule Steingaden gezeichnet. Unser herzlicher Dank, gilt auch der Klassenlehrerin,Frau Niggl, für Ihre Zeit und Energie.
Für ein faires Miteinander
Die Kiesbänke sind nicht nur Lebensraum des Flussregenpfeifers, sondern auch beliebt bei uns Menschen: Gerade im Frühsommer bekommt man Lust, hier einen Tag in der Natur zu verbringen und die ersten warmen Tage zu genießen. Dabei sollten wir bedenken, dass es in Deutschland kein Stückchen Land gibt, welches nicht durch den Menschen verändert wurde. Wir sind überall. Auch der Lech ist der meistverbaute Fluss Bayerns.
Glücklicherweise ist die Litzauer Schleife unter Schutz gestellt worden. Hier herrscht hauf den Kiesbänken vom 1. März bis zum 31. August Betretungsverbot. Somit bieten wir auch den seltenen und häufigen Tieren und Pfalnzen ihren verdienten Rückzugsort.
Besucherlenkungskonzept zwischen Gersthofen und Meitingen
Um einen fairen Ausgleich zwischen Freizeitnutzung und Artenschutz zu erreichen, wurde der Lech zwischen Gersthofen und Meitingen vor über 20 Jahren in Schutz- und Erholungszonen aufgeteilt.
Die Schutzzonen sollen während der Hauptbrutzeit vom 1. April bis zum 30. Juni nicht betreten werden, um das Überleben der Flussregenpfeifer zu sichern.
Die Schutzmaßnahmen für den Flussregenpfeifer und die Information der Erholungssuchenden organisiert der Verein Lebensraum Lechtal. Während der Brutzeit sind Kiesbank-Ranger am Lech unterwegs und informieren Erholungs-suchende.












