Faires Miteinander

Paddler

Der Lech: Natur- und Freizeitraum in einem

An den Lech und seine Lebensräume werden durch zahlreiche Nutzer verschiedenste Ansprüche gestellt. Konflikte sind hier dementsprechend oftmals vorprogrammiert. Zu den größten Herausforderungen zählt es wohl, die widersprüchlich scheinenden Bedürfnisse den Lech zu schützen und ihn zu gleichzeitig erlebbar zu machen miteinander zu vereinen und gleichzeitig allen Nutzern gerecht zu werden. 

Der Lech steht unter Schutz (FFH-Gebiete, Naturschutzgebiete,...) und gleichzeitig ist es erlaubt auf ihm zu Paddeln. Wie ist das möglich?

Möglich machen dies nur Kompromisse - auf beiden Seiten. Sowohl Naturschutz als auch Paddler müssen hier aufeinander zugehen und miteinander in einen Dialog treten. Dadurch wird gewährleistet, dass in gegenseitiger Rücksichtnahme jeder seinen Bedürfnissen nachgehen kann. Auch die Sportler haben ein Interesse daran, den Lech trotz allen Genusses nicht zu übernutzen - um ihn auch in vielen Jahren noch befahren zu können. 

Obwohl... Einige würden jetzt beanstanden, dass der Lech so verbaut ist, dass wir nur noch Nothilfe durchführen, um ihn sozusagen am Leben zu erhalten. Dass Kompromisse schon viel zu lange zugunsten der Wirtschaft geschlossen werden mussten... Aber darüber mehr in diesem Kapitel.

Wir vom Lebensraum Lechtal wünschen viel Spaß, schöne Erfahrungen, einprägsame Situationen, kleine Abenteuer, sportliche Tage und einen unvergesslichen Lech!

Damit das auch eintritt haben wir hier ein paar kleine Anmerkungen und Tipps zusammengestellt, die helfen sicher, achtsam und bewusst Zeit am Lech zu verbringen. 

Allgemeine Hinweise für Kajak, Schlauchboot, SUP etc. 

Bei jeder Tourenplanung Befahrungsregeln der Teilstrecken checken

Wir empfehlen, ohne Gewähr, die Sammlung des Bayerischen Kanuverbands:

https://www.kanu-bayern.de/Umwelt/Gewaesser-Info/Befahrungsregeln/

Wetter checken und auf Hochwasserereignisse achten

Unter anderem ist es möglich den Wasserstand des Lech an bestimmten Punkten beim Hochwassernachrichtendienst Bayern abzurufen:

https://www.hnd.bayern.de/pegel/meldestufen/iller_lech

Den Schwellbetrieb im Kopf behalten

Der Lech ist vor allem Wirtschaftskörper. Das heißt hier wird in einer Kette von Wasserkraftanlagen Strom produziert. Bitte achtet also auf schwankende Wasserstandpegel durch den Schwellbetrieb der Staustufen. Dazu bitte auch die Infos des oben stehenden Links prüfen.

Staustufen einplanen

Sie müssen vor jeder Staustufe das Wasser rechtzeitig verlassen. An Staustufen und einigen Sohlschwellen muss das Kajak/Kanu/Boot oder SUP getragen werden.

Schwimmweste

Vor allem an freifließenden Stellen ist das Tragen einer Schwimmweste angebracht.

Naturschutzgebiete checken

Die Kiesbank Checker App zeigt wo bei Augsburg in Gersthofen bestimmte Bereiche zum Schutz besonderer Vögel nicht betreten werden dürfen.

Es ist aber generell ratsam Schilfbereiche und Kiesflächen (vor allem im Frühjahr und im Sommer) zu meiden. Wir Menschen haben vieles verbaut, trocken gelegt, verschmutzt und zerstört und dringen in unberührte Natur ein, wir können genauso Teilbereiche meiden und diese kleinflächigen Rückzugsgebiete unseren "wilden" Tieren und Pflanzen überlassen. 

Paddler mit Boot.jpg

Spezielle Hinweise für das Befahren der Litzauer Schleife

Die Litzauer Schleife - eine wunderschöne Strecke zum Paddeln. Diese Landschaft besteht nur aufgrund ihres strengen Schutzes. Der amtliche und ehrenamtliche Naturschutz hat die Staustufe 5 und somit die Flutung dieser Strecke mit viel Herzblut und Engagement vor vielen Jahren verhindert.

Damit die Natur hier auch weiterhin ungestört sein kann, gibt es einige allgemeine und, wie auch an anderen Teilstrecken, spezielle Regelungen, die während der Freizeitnutzung beim Paddeln beachtet werden müssen.

Die Litzauer Schleife befindet sich im Naturschutzgebiet "Lechabschnitt Hirschauer Steilhalde-Litzauer Schleife" im Landkreis Weilheim/Schongau zwischen der Dessau in Burggen und der Niederwies in Peiting. Für dieses Naturschutzgebiet gelten folgende Regelungen:

Inseln und Kiesbänke des Lech dürfen in der Zeit vom 1. März bis 31. August nicht betreten oder angelandet werden.

Der Lech darf in der Zeit vom 1. März bis 31. August nicht mit Wasserfahrzeugen oder Schwimmkörpern aller Art befahren werden.

Einzige Ausnahme ist: das zügige Durchfahren des Lech im Stromstrich ist für Wasserwanderer in Ausübung des Gemeingebrauchs gestattet, wobei Flachwasserzonen, Kiesbänke und -inseln  zu meiden sind.

Das Feuer Schüren ist verboten.

Das Befahren der Wege und Pfade ist nicht erlaubt.

Das Reiten ist nicht erlaubt.

Hunde sind auf den Kiesbänken und -inseln nicht erlaubt.

Das Parken an der Litzauer Schleife.

Bitte parke nicht die landwirtschaflichen Straßen zu, vor allem im Bereich der Kreuzung beim Hofgut Dessau. Eigentlich sollte das nicht extra erwähnt werden müssen aber es kommt oft vor, dass das Hofgut selbst zugeparkt wird und der Betrieb aufgehalten oder die Zufahrt für Rettungskräfte wie der Wasserwacht versperrt wird. Vor dem Hofgut Dessau findest du eine Infotafel mit allen nötigen Infos.

Beachte biete, dass die Zufahrtswege zum Anfang der Litzauer Schleife keine öffentlich befahrbaren Straßen darstellen. Es werden aus gegebenen Anlässen Kontrollen der parkenden PKW durchgeführt.

Infotafel an der Dessau.jpg

Rechts im Bild kannst du die Infotafel vor dem Hofgut Dessau sehen. Dieses Schild wurde speziell für Paddler aufgestellt.